Donnerstag, den 06. Oktober 2011 um 12:20 Uhr

100 Jahre KASTRUP RECYCLING

Ein Jahrhundert Recycling und Rohstoffhandel in Ostwestfalen

Bielefeld/Osnabrück – „Innovation aus Tradition – 100 Jahre Kastrup Recycling, nicht jedes Unternehmen kann von sich behaupten, ein ganzes Jahrhundert alt zu sein“, mit Freude und Stolz begrüßte der Geschäftsführer der Firma Kastrup Recycling in Bielefeld, Gerhard Eustermann, zahlreiche geladene Gäste anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums (04. März 2004). Unter den Gästen der Oberbürger-meister der Stadt Bielefeld, Eberhard David, der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, Thomas Niehoff, für die Wirtschaftsvereinigung Groß- und Außenhandel, Bielefeld, Geschäftsführer Leonhard Rode und der Hauptgeschäfts-führer des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (bvse) aus Bonn, Hans-Günter Fischer.

Nachhaltiges Wirtschaften und das Schonen der Rohstoff-Reserven durch Recycling sind heute in aller Munde: Damit wertvolle Rohstoffe wieder in den Wirtschaftskreislauf gelangen können, werden sie – nach Sorten

getrennt – gesammelt, zerkleinert, sortiert, gepresst und klassifiziert, so dass sie sich als hochwertige (Sekundär-)Rohstoffe wieder zu neuen Erzeugnissen verarbeiten lassen. Die Firma Kastrup Recycling kann sich auf diesem Gebiet zu den Wegbereitern zählen, denn das Unternehmen verfolgt seit genau 100 Jahren (05. März 1904) das Ziel, recyclingfähige Materialien zu sammeln, aufzubereiten und die gewonnenen sekundären Rohstoffe einer sinnvollen Verwertung zuzuführen.

Heute verwertet Kastrup Recycling in den Betriebsstätten Bielefeld und Osnabrück Monat für Monat ungefähr 8.000 Tonnen Metalle und Schrott, Papier und Pappe, Kunststoffe und Styropor, Textilien und Holz. Kunden des mittelständischen Unternehmens sind unter anderem Betriebe der Stahl- und Aluminiumindustrie sowie Papierfabriken, bei denen die Firma und ihre 52 Mitarbeiter einen guten Ruf als kompetente Lieferanten für hochwertige Rohstoffe genießen.


Die Anfänge

Die Erfolgsgeschichte von Kastrup Recycling begann mit dem Eintrag in das Bielefelder Handelsregister am 5. März 1904: Gründer der aufstrebenden Firma waren die Brüder Heinrich und Otto Kastrup, die als Firmenzweck den Großhandel mit Textilabfällen, Stahlschrott, Altmetallen und Altpapier angaben. Weil sie von ihrem Vater die Erlaubnis erhalten hatten, auf seinem Grundstück in Brackwede eine Halle zum Lagern von Textilabfällen zu errichten, nannten sie das Unternehmen „Hermann Kastrup GmbH“.

Die Idee der beiden Jungunternehmer erwies sich als Glücksfall: Sowohl Heinrich als auch Otto Kastrup hatten im Anschluss an ihre Kaufmannslehre in Textilfirmen gearbeitet und kannten sich in diesem Metier aus. Sie wussten, dass in den Bielefelder Textilbetrieben große

Mengen an Zuschnitt-Abfällen anfielen. Ihr Unternehmen entsorgte diese Abfälle. Anschließend wurden sie sortiert und an jene Abnehmer verkauft, die sie verwerteten. Und auch der Altmetall- und Schrotthandel florierte, zumal das Metall-Recycling schon zu jener Zeit für die deutsche Stahlindustrie eine große Bedeutung hatte.

Die Geschäfte liefen so erfolgreich, dass die beiden Brüder schon zehn Jahre später eine stillgelegte Zementfabrik erwerben und zum Sortierbetrieb umbauen konnten. Das Unternehmen entwickelte sich kontinuierlich weiter. In den Folgejahren entstanden Filialen in Lippstadt und Osnabrück, die die Menge der gesammelten und sortierten Materialien weiter erhöhten und so zum Wachstum der Hermann Kastrup GmbH beitrugen.


Neue Schwerpunkte

Das Jahr 1940 brachte einen traurigen Einschnitt mit sich: Heinrich Kastrup erlag einer schweren Krankheit. Otto Kastrup führte daraufhin die Geschäfte alleine weiter und steuerte die Firma nach dem Zweiten Weltkrieg in eine glänzende Zukunft. Denn gerade in den Aufbaujahren nach dem Krieg waren Rohmaterialien knapp, so dass der Rohstoffhandel einen hohen Stellenwert bei der Materialbeschaffung in verschiedenen Industriezweigen hatte. In den 50er Jahren erreichte die Firma Kastrup mit bis zu 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Höhepunkt ihrer personellen Ausdehnung.

Nach dem Tod von Otto Kastrup im April 1963 ging das Unternehmen in den Besitz seiner vier Töchter Hildegard, Hannelore, Lieselotte und Margarethe über. Auf Wunsch ihres Vaters übernahm Günther Schmiedel, der zu diesem Zeitpunkt bereits zwanzig Jahre für Kastrup tätig war, die Geschäftsführung. Unter seiner Leitung entwickelte sich der Betrieb sehr

erfolgreich weiter. Ende 1973 konnte das Unternehmen in Bielefeld-Quelle ein rund 30.000 Quadratmeter großes, neues Betriebsgelände mit modernen Produktionshallen und einem Verwaltungsgebäude in Betrieb nehmen. Damit legte Kastrup Recycling den „Grundstein“ für seine heutige Größe und Bedeutung in den Wirtschaftsräumen Bielefeld und Osnabrück.

In die 70er Jahre fiel auch die Verschiebung der Schwerpunkte in der Geschäftstätigkeit. Da die Textilunternehmen in Bielefeld im Laufe der Zeit entweder vom Markt verdrängt wurden oder ihren Standort wechselten, gewann die Altpapierverwertung bei Kastrup eine immer größere Bedeutung. Zunächst wurde das Altpapier in Deutschland verkauft, wobei die Verwertungskapazitäten begrenzt waren und so allmählich ein Überfluss an vorhandenem Sekundärrohstoff entstand. Aber der zunehmende Bedarf ausländischer Industrien an Sekundärrohstoffen führte dazu, dass unter anderem Altpapier und Stahlschrott aus Deutschland international begehrte Handelsobjekte wurden. Das galt vor allem für Länder, die über wenig eigene Ressourcen verfügten und in denen noch keine Recyclingsysteme und -strukturen installiert waren. In jüngster Zeit hat sich der asiatische Raum auf Grund seines wieder anziehenden Wirtschaftswachstums für sekundäre Rohstoffe zu einem interessanten Absatzgebiet entwickelt.

Moderner Entsorgungsfachbetrieb

Seit 1995 trägt Gerhard Eustermann als Geschäftsführer die Verantwortung für das Unternehmen. Unter seiner Leitung erweiterte sich das Betriebsgelände im Jahr 1997 um zusätzliche 13.000 Quadratmeter. „Auf dieser Fläche wurde ein moderner Schrottlagerplatz gebaut, der allen aktuellen Umweltschutz-Vorschriften entspricht und dem Unternehmen auch künftige Fragen hinsichtlich Standortsicherung ersparen wird“, erklärte Gerhard Eustermann.

Heute ist Kastrup Recycling ein modernes Unternehmen, das sein
Geschäft an den neuesten gesetzlichen Vorschriften ausrichtet. So gehört die Firma zu den Ersten in Deutschland, die sich als Entsorgungsfach-betrieb zertifizieren ließen. Das Qualitätssiegel erhalten nur Betriebe, die sich regelmäßigen Kontrollen durch neutrale Sachverständige unterziehen. Kunden aus Industrie, Handel und Gewerbe sowie Privatleute können deshalb sicher sein, dass bei Kastrup ein optimales Recycling aller Wertstoffe im Einklang mit den entsprechenden gesetzlichen Regelungen stattfindet.

„Kastrup Recycling hat sich in 100 Jahren eine gute Position in den Wirtschaftsräumen Bielefeld und Osnabrück erarbeitet. Auch hat sie sich als Entsorgungsfachbetrieb etabliert“, resümierte Kastrup-Geschäftsführer Eustermann. An diesem Erfolg haben alle mitgewirkt: Angefangen bei den Firmengründern Heinrich und Otto Kastrup bis hin zu den Mitarbeitern, die im Laufe dieses Jahrhunderts ihren Lebensunterhalt mit Sekundär-rohstoffen verdienten.

„Bei allem Engagement müssen wir feststellen, dass mittelständische Unternehmen heutzutage einen schweren Stand haben. Wir befinden uns nach wie vor in einem schwierigen politischen und wirtschaftlichen Umfeld“, so Eustermann weiter. Dennoch werde Kastrup Recycling seine Ziele und Werte nicht aufgeben, und als erfahrener Entsorgungsfachbetrieb ein beständiger Partner für Industrie, Handel und Gewerbe sein.


Kontakt:
Kastrup Recycling GmbH & Co. KG
Carl-Severing-Straße 228 – 33649 Bielefeld
Telefon 0521-94630-0 – Fax 0521-94630-66

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Internet www.kastrup-recycling.de

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